Feueralarm während der Maiklänge

 

Am 01. Mai kamen wieder hunderte Besucher auf das Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Meinsen-Warber-Achum in den Horstweg zu den traditionellen Maiklängen. Die ehrenamtlichen Brandschützer stellten nicht nur das Gelände zur Verfügung, sondern tauschten auch das Strahlrohr gegen Würstchenzange und Kuchenschieber ein und unterstützten das Kulinarische Wohl der Besucher.

Während des Auftrittes der „Baxmänner“ wurde die Blasmusik um 14:10 Uhr von einem lauten piepen unterbrochen. Die Alarmempfänger der Wehrleute schlugen Alarm. Nicht nur für die Stützpunktfeuerwehr Meinsen-Waber-Achum, sondern auch für die Feuerwehrleute aus dem benachbarten Rusbend. Die beiden Feuerwehren bilden den Löschzug Nord und arbeiten kleinere Ereignisse gemeinsam ab. So auch in diesem Fall, als ein Schuppen in der Straße „Auf der Tränke“ brannte.

Sofort wurden Würstchenzange und Kuchenschieber fallen gelassen und die anwesenden Feuerwehrleute begaben sich in die Fahrzeughalle um die Einsatzbekleidung anzuziehen. Im Anschluss galt es im Eilschritt zu den Einsatzfahrzeugen zu gelangen, welche am alten Feuerwehrhaus bereit standen. Auf den Weg dorthin, konnten die Feuerwehrleute bereits die große schwarze Rauchsäule am Himmel erkennen.

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Thomas Wimmer ließ als erstes das Tanklöschfahrzeug mit 3000 Liter Löschwasservorrat abrücken. Schnell stellte sich heraus, dass dies die richtige Entscheidung war, denn das Wasser wurde benötigt.

Es brannte ein größerer Holz-Carport in voller Ausdehnung. Unter dem Carport lagerten große Mengen Holz und Stroh. Mit dem Schnellangriff des Tanklöschfahrzeuges wurde zunächst ein ausbreiten der Flammen auf umliegende Bäume verhindert.

Nur wenigen Augenblicke nach dem Tanklöschfahrzeug traf das neue Mittlere Löschfahrzeug an der Einsatzstelle ein. Das erst vor 10 Tagen ausgelieferte Fahrzeug hatte seine Feuertaufe bei diesem Einsatz. Ein wesentlicher Vorteil zeigte sich sofort bei diesem Einsatz. Im Gegensatz zum Vorgängerfahrzeug, welches ebenfalls an dem Einsatz beteiligt war, konnte sich der Angriffstrupp bereits während der Anfahrt mit Atemschutzgeräten ausrüsten und war einsatzbereit bei Ankunft des Fahrzeuges. „Ein wichtiger Zeitvorteil bei Brandeinsätzen, insbesondere wenn es um die Rettung von Menschenleben geht“ beschreibt Wimmer diesen Fortschritt.

Durch die nachrückenden Einsatzkräfte beider Feuerwehren konnte nun ein umfangreicher Löschangriff gestartet werden. Hierzu kamen 4 Trupps unter Atemschutz mit 3 C – Strahlrohren zum Einsatz. Für die Sicherstellung der Löschwasserversorgung wurde zunächst ein Hydrant angezapft. Vorsorglich wurde das Mittlere Löschfahrzeug an der Aue in Stellung gebracht und förderte über eine 200 Meter lange Schlauchleitung zusätzliches Löschwasser an den Brandort.

Mit Dunghaken nahmen Einsatzkräfte das Lagergut auseinander um die Glutnester abzulöschen. Neben Wasser kam auch Schaummittel dabei zum Einsatz,

Zur Suche nach Brandnester ließ Einsatzleiter Thomas Wimmer den Einsatzleitdienst der Schwerpunktfeuerwehr Bückeburg-Stadt alarmieren, um eine Wärmebildkamera vor Ort haben. Diese Spezialkamera mit Infrarot Technik ist für solche Aufgaben ein besonderes Hilfsmittel.

In weiterer Folge kamen 3 Kräfte der Wehr aus der Kernstadt noch mit dem Gerätewagen Logistik an die Einsatzstelle, um die gebrauchten Schläuche abzuholen. Außerdem brachten sie frische Atemschutztechnik zur Einsatzstelle, so dass die Fahrzeuge noch vor Ort wieder einsatzbereit gemacht werden konnten.

Insgesamt waren 36 Einsatzkräfte der 3 Feuerwehren mit 8 Fahrzeugen über 2 Stunden im Einsatz. Hinzu kamen ein Streifenwagen der Polizei sowie ein Rettungswagen des Rettungsdienstes.

Bei der Rückkehr ins Feuerwehrhaus stellten die ehrenamtlichen Brandschützer wieder einmal fest, wie gut die Dorfgemeinschaft funktioniert. Nachdem die Feuerwehrleute ausrückten, brauchte kein Besucher Hunger leiden. Die Vereine aus dem Ort übernahmen den Grillstand und die Kaffeetafel.

Alle 36 Frauen und Männer aus Bückeburg, Meinsen-Warber-Achum und Rusbend konnten sich bei Bratwursten und Cola von den Strapazen des Einsatzes stärken, bevor sie einrückten bzw. die heimische Wehr sich in die Aufräum- und Abbauarbeiten stürzen konnte.

Dass die Dorfgemeinschaft funktioniert, zeigte sich auch wieder beim Abbau. Um  17:45 Uhr wurden die Feuerwehrleute der Stützpunktfeuerwehr erneut gerufen. An der Einsatzstelle gab es wieder eine stärkere Rauchentwicklung aus dem Stroh. Sofort verließen die 26 Männer und Frauen das Gerätehaus zur Einsatzstelle. Das komplette Brandgut wurde noch einmal auseinander gezogen und mit Wasser und Schaum abgelöscht. Dabei beobachteten ständige Kameraden die Struktur des stark in Mitleidenschaft gezogenen Carports, um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten.

Als kurz nach halb 7 die Wehrleute zurück ins Feuerwehrhaus kamen, konnten sie die Fahrzeuge wieder in die Hallen stellen, der Abbau war erfolgreich beendet. Die Maiklänge 2017 werden bei der Dorfgemeinschaft noch lange in Erinnerung bleiben.

Text/Bild: S. Titze Pressewart Stadt Bückeburg, M. Gumin Feuerwehr Bückeburg