Feuerwehrfeier trotzt Wetter

Traditionelle Maifeier mit Andacht und Frühschoppen / KF Bad Eilsen und JF Nordsehl-Lauenhagen siegen bei den Orientierungsmärschen zum 10. bzw. 20. Geburtstag der KF bzw. JF Wiedensahl.

Am 01.05.2018 feierte die Ortsfeuerwehr Wiedensahl der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Niedernwöhren nicht nur die traditionelle Maifeier, sondern auch den 10. Geburtstag der Kinderfeuerwehr und den 20. Geburtstag der Jugendfeuerwehr. Eigentlich wären die Geburtstage erst am 17.05.2018, doch wegen der seit über 50-jährigen Tradition der von der Feuerwehr ausgerichteten Maifeier in Wiedensahl, entschloss sich selbige, die Synergie zu nutzen.

Dr. Joachim Diestelkamp, Pastor der evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Wiedensahls und Notfallseelsorger, gestaltete zusammen mit dem Posaunenchor der Kirchengemeinde unter Heiko Deterdings Leitung, mit Laura Deterding, die erst kürzlich ihre Truppmann-1-Ausbildung abgeschlossen hat, und mit Hauke Heinitz, einem stellvertretenden Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Wiedensahl, die Andacht. Hauke Heinitz trug einen Bericht, der von der Furcht eines jüngeren Feuerwehrmannes bei der ersten Brandbekämpfung im Innenangriff unter schwerem Atemschutz und der Dankbarkeit für den Beistand Gottes handelte, aus der sogenannten Feuerwehrbibel, einem Auszug aus den Psalter und dem Neuen Testament mit Lebensberichten von Feuerwehrleuten herausgegebenen von der Christlichen Feuerwehr Vereinigung e.V., vor. Pastor Diestelkamp knüpfte in der Predigt an diesem Bericht an und bezog sich dabei auf Jesaja 43,1-3, in der Beistand Gottes bei Fluten und Bränden Schutz, Zuversicht und Mut spendet. Laura Deterding trug den Psalm 23 vor und hielt die Fürbitte für den fortwährenden Erfolg der Kinder- und Jugendfeuerwehr in der Jugend- und Nachwuchsarbeit, für einen unfallfreien Übungs- und Einsatzdienst der Einsatzabteilung, für ein Jahr und Brände, Unfälle oder Katastrophen in Wiedensahl, und für den Schutz anderer Feuerwehren.

Wegen anfänglichen Regens und fortwährender Windböen fand die Andacht in der Kirche und nicht auf dem Marktplatz statt. Aus sicherheitstechnischen Gründen konnte leider auch die Hüpfburg der Kreisjugendfeuerwehr nicht aufgebaut werden. Die Streckte der Orientierungsmärsche (siehe unten) wurde ebenfalls kurzfristig vor Beginn der Witterung angepasst. Auf dem Marktplatz boten die Einsatzabteilung, die Feuerwehrtheaterfrauen und einige Eltern Bratwürstchen, Steaks, Pommes frites, Kaffee, Kuchen- und Tortenstücke, und eine Tombola mit über 500 Preisen ohne Nieten, deren Hauptpreise ein Spielhaus und ein Glastisch waren, an. Die Dorfkapelle Wiedensahl unterhielt mit ihrem Blasmusik und unterstützte die Kinder- und Jugendfeuerwehr Wiedensahl beim Einmarsch auf dem Marktplatz mit dem Marsch Preußens Gloria.

Die Jugendabteilungen richteten einen Orienterungsmarsch für die Kinderfeuerwehren (etwa 6 Kilometer) und für Jugendfeuerwehren (etwa 10 Kilometer) und die befreundete THW-Jugend des Ortsverbandes Stadthagens der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) aus. Die durch ausgegebene Landkarten definierten Strecken verliefen größtenteils auf schwach-befahrenen Feldwegen. Sechs Kinder und 14 Jugendgruppen mit einer Mindeststärke von je sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern stellten sich dem Wettbewerb. Obgleich sich die Marschstrecken unterschieden, kreuzten sich jene an fünf Punkten, bei denen sich der Nachwuchs an Geschicklichkeitsaufgaben versuchen mussten, wobei die Spielregeln zum Teil für die beiden Altersgruppen angepasst wurden. Beim ersten Spiel mussten die Teilnehmer einen Basketball auf einer Krankentrage über einen Hindernislauf balancieren, beim zweiten mussten sie Gummistiefel rückwärts werfen, um Holzklötze umzustoßen, beim dritten mussten sie im windgeschützten Bereich eine Torwand mit Frisbees treffen, beim vierten mussten sie sich 14 Alltags- und Feuerwehrgegenstände merken und beim fünften mussten sie aus Getränkekisten eine Art Pontonbrücke bauen, um eine vorher festgelegte Strecke eines Feldweges zu überqueren. Beim sechsten Spiel nach Wiederankunft musste ein Betreuer einen Fragebogen zu THW- und feuerwehrspezifischen Fragen beantworten. Die Punkte ergaben sich je nach Spielart aus den erzielten Punkten, der abgelaufenen Zeit und eventueller Strafsekunden.

Vor der Siegerehrung mussten jedoch noch zwei Kinder- und sechs Jugendgruppen wegen Punktgleichheit zum Stechen beim siebten Spiel, dem Leitergolf, antreten: Sechs aus je einem kurzen Strick und zwei Golfbällen bestehende Bola/Surujin mussten um Sprossen einer Leiter geworfen werden, um Punkte zu erzielen. Die Kinder- und Jugendfeuerwehren wurden separat gewertet. Bei den Kinderfeuerwehren siegte Bad Eilsen 1, gefolgt von den Feuerzwerge Helpsen und den Feuerdrachen Wiedensahl und auf den weiteren Plätzen Bad Eilsen 2, Minisirenen Exten 1, Löschzwerge Obernkirchen und Minisirenen Exten 2. Bei den Jugendfeuerwehren siegte Nordsehl-Lauenhagen 1, gefolgt von Soldorf 3 und Soldorf 1 und auf den weiteren Plätzen Schaumburg, Soldorf 2, Rosenhagen, Nordsehl-Lauenhagen 3, Enzen, Helpsen 1, Nordsehl-Lauenhagen 1, Wiedensahl, THW-Jugend des Ortsverbandes Stadthagen, Pollhagen 1 und Pollhagen 2.

Ortsbrandmeister Andreas Hildebrandt überreichte dem Jugendfeuerwehrwart Dennis Heumann, seinem Stellvertreter Moritz Buhr, dem Kinderfeuerwehr Volker Scheibe und seiner Stellvertreterin Silke Schlotfeldt Tassen, die mit einem Gruppenbild der Kinder- beziehungsweise Jugendfeuerwehr bedruckt sind, zum Dank für die Organisation der Feier und der geleisteten Jugendarbeit. Außerdem bedankte er sich bei allen Helfern. Ralph Dunger (Gemeindedirektor des Fleckens Wiedensahls) und Silke Weibels (Kreisjugendfeuerwehrwartin), stellvertretend für die ebenfalls anwesenden Heiko Tatge (Ausschussvorsitzender des Ausschusses für Rettungswesen, Feuer- und Katastrophenschutz des Landkreises Schaumburgs), Wolfgang Abel (Gemeindejugendfeuerwehrwart) und seinem Stellvertreter Christopher Zimmer, bedankten sich für die geleistete Arbeit, für die Ausrichtung der Feierlichkeiten und betonten die Relevanz der Jugendarbeit und der Nachwuchsarbeit für den ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschutz.

Text/Bild: M. Jedamzik, Pressewart SG Niedernwöhren