Über 100 Führungskräfte bilden sich fort

Hohegeiß/Landkreis. Alle 2 Jahre bilden sich die Führungskräfte der Feuerwehren des Landkreises Schaumburg während eines Wochenendseminars im Harz fort. Vom 12.05. bis 14.05.2017 war es wieder soweit. Über 100 Führungskräfte und Funktionsträger der Feuerwehren des Landkreises Schaumburg bildeten sich bei abwechslungsreichen Themen fort.

Nach der Anreise am Freitag begrüßten Kreisbrandmeistear Klaus-Peter Grote und Landrat Jörg Farr die Schaumburger in Hohegeiß. Bereits am Freitag standen interessante Fortbildungen auf dem Programm. Frank Gerhards von der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach referierte über das Thema Standard-Einsatz-Regeln VU. Danach folgte das Thema „Wie führen wir unsere jungen Einsatzkräfte an die Praxis heran?“ von Sandra Kurlass, S-Gard Saftytour.

Am Samstag standen weitere interessante Vorträge auf dem Programm. Den Beginn machte Linda Weritz von der Hippologischen Akademie über das Thema Pferderettung im Feuerwehreinsatz.
Während des Vortrages erläuterte sie den Zuhörern wie man ein Pferd unter Zuhilfenahme von Decken oder ähnlichem beruhigen kann. Weiterhin gab sie Tipps für die Rettung von Pferden aus einer Grube, Zäunen und vieles mehr.

Über das Polytraumamanagement referierte Dr. Alexander Krauth, S-Gard Saftytour.
Er berichtete von der „Golden hour of shock“, Verletzungsmechanismen und mögliche Verletzungsmuster. 

„Motivation in der Führung“, hieß ein weiteres Thema des Samstags. Carsten Stock, S-Gard Saftytour, erzählte sehr lebhaft über unterschiedliche Führungsmethoden und verschiedene Charaktere der Mannschaft. Wie man seine Kameraden und Kameradinnen für den Dienst und Einsatz motiviert, aber auch demotivieren kann erläuterte er an einigen Beispielen und typischen Floskeln. 

Guido Volkmar, S-Gard Saftytour, nahm das Thema „Falsche Taktik – Wissen wir was wir tun?“ auf und erklärte anhand von Beispielen aus dem Einsatzbereich. Dabei zeigte er auch anhand von Filmen Beispiele aus dem Feuerwehrdienst.

Am Samstagnachmittag folgten noch die Themen „MANV – Bewegen wir uns auf dünnem Eis?“ Dabei ging Referent Carsten Stock auf die Klassifizierungen bei MANV-Einsätzen (Massenanfall von Verletzten), die Größenordnungen eines Behandlungsplatzes 50 und weiteren Kriterien ein. 

Die „Kommunikation zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst“ wurde von Michael Schüssler den Teilnehmern näher gebracht. Tanja Dittmer, Kreisbrandinspektorin, berichtete über die Dokumentation in der Praxis anhand des Busunfalls auf der Autobahn 4, Bad Hersfeld von Dezember 2014.

Bevor es am Sonntag für die Teilnehmer zurück ging, wurde von Christoph Meyer und Joshua Mielke ein Vortrag zum Thema „Feuerwehrleute sind keine Brandstifter“ gehalten.
Die beiden ehrenamtlichen Feuerwehrmitglieder sind beruflich bei der Polizeiinspektion Schaumburg/Nienburg im Einsatzdienst tätig und haben sich vor ein paar Jahren während ihrer Bachlorarbeit mit dem Thema auseinandergesetzt. In ihrer Arbeit fanden sie heraus, dass man bei 100 Feuerwehrleuten nicht mal einen Brandstifter findet, dies von der Bevölkerung aber immer automatisch in Verbindung gebracht wird. Äußerungen wie „War ja klar, dass das jemand von der Feuerwehr war!“ sind nur Wahrnehmungen aus der Bevölkerung. Sie gaben den Teilnehmern Tipps, wie man mit dem sensiblen Thema umgeht.

Text/Bild: L. Nerge Kreisfeuerwehr Team Presse