Atemschutzübung in Wiedensahl

Am 22.04.20117 haben die Ortsfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Niedernwöhren eine gemeinsame Atemschutzübung in Wiedensahl durchgeführt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich dazu in Trupps von zwei Atemschutzgeräteträgerinnen und -Träger eingeteilt. Übungsobjekt war ein leerstehendes Gebäude an der Hauptstraße in Wiedensahl. Dieses wurde vom Übungsleitern Daniel Buhlmann und Volker Scheibe mit Nebelmaschinen benebelt, um eine sogenannte „Null-Sicht“ im Gebäude zu schaffen: Die Sicht im Gebäude betrug etwa einen halben Meter. Im Gebäude galt es, mehrere einzelne Räume nach vermissten Personen, die durch lebensgroße Puppen dargestellt wurden, zu durchsuchen und diese Puppen zu retten. Dies wurde durch den dichten Nebel im Gebäude sowie durch mehrere im Weg stehende Objekte erschwert.

Neben der Menschenrettung wurde auch die Brandbekämpfung und taktische Türöffnung im Gebäude selbst geübt. Die einzelnen Trupps gingen ebenfalls unter Atemschutz in das Gebäude vor. Neben den schweren Atemschutzgeräten und den Rettungsgeräten musste auch ein Hohlstrahlrohr und ein mit Wasser gefüllter C-Druckschlauch mit ins Gebäude genommen werden, um eine Brandbekämpfung im Inneren vornehmen zu können.

Beide Teile der Übung wurden ohne Wärmebildkamera durchgeführt. Da eine Wärmebildkamera nicht das sichtbare Licht, sondern Nebel- und Rauchdurchdringende Wärmestrahlung, die von jedem Objekt emittiert wird, als Schwarz-Weiß-live-Bild sichtbar macht, lässt sich mit ihr der Nebel durchdringen. Ein Test mit der Wärmebildkamera der Ortsfeuerwehr Meerbeck-Niedernwöhren zeigte, dass in diesem Falle Objekte und Menschen deutlich und im ganzen Raum erkennbar waren. Auch im Ernstfall reduziert dies die Rettungszeiten deutlich und führt überdies zu einer erhöhten Sicherheit der Einsatzkräfte im Innenangriff.

Bei dem Übungsgebäude handelte es sich um den „Klenkenhof“, den der Besitzer Carsten Dreyer freundlicherweise zur Verfügung stellte. Übungsmöglichkeiten in Gebäuden mit Wassereinsatz sind sinnvoll, stehen aber leider sehr selten zur Verfügung und werden von Feuerwehren daher sehr gerne wahrgenommen. Die Freiwillige Feuerwehr der Samtgemeinde Niedernwöhren bedankt sich daher bei Carsten Dreyer für diese wertvolle und seltene Übungsmöglichkeit.

Die Übung haben 31 Atemschutzgeräteträgerinnen und -Träger der Samtgemeinde Niedernwöhren, sowie 6 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Rodenberg teilgenommen. Des Weiteren wurde auch die zentrale Atemschutzüberwachung der Samtgemeinde Niedernwöhren nach dem von der Ortsfeuerwehr Nordsehl-Lauenhagen ausgearbeiteten Konzept und dem dafür konzipierten Mannschaftstransportwagen und  Verwaltungsmitteln an der Übungsstelle eingerichtet. Die Umweltschutzeinheit der Kreisfeuerwehr Schaumburg unterstützte die Übung mit dem Gerätwagen Atemschutz-Strahlenschutz, um genügend gefüllte Atemschutzflaschen vor Ort zu haben.

Text/Bild: M. Jedamzik, Pressewart SG Niedernwöhren