Verkehrsunfall-Übung in Wiedensahl

Am Abend des 21.03.2017 hat die Ortsfeuerwehr Wiedensahl der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Niedernwöhren eine Verkehrsunfall-Übung absolviert. Dabei unterstützten drei Kameraden der benachbarten und befreundeten Ortsfeuerwehr Meerbeck-Niedernwöhren der selben Samtgemeinde mit ihrem Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF) 10 und den darauf verladenen Einsatzmitteln. Die Übung befasste sich mit der schonenden Rettung eines eingeklemmten Unfallopfers aus einem verunglückten Personenkraftwagen. Die Übung fand auch im Rahmen der Truppmann-II-Ausbildung statt.

Am vorhergehenden Dienstabend, genau vor zwei Wochen, wurden die taktisch-theoretischen Grundlagen zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen vermittelt. Die Ortsfeuerwehr Wiedensahl verfügt über ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W), das im Gegensatz zum HLF 10 nur über Geräte zur einfachen technischen Hilfeleistung verfügt. Daher wurde der Übungsabend in drei teile gegliedert: Kurze Fahrzeug- und Gerätekunde am HLF 10, vorbereitenden Maßnahmen im Rahmen der Möglichkeiten mit dem TSF-W treffen und schließlich Retten mit den Möglichkeiten des HLF 10.

Die Feuerwehrmänner aus Meerbeck-Niedernwöhren erklärten ihren Wiedensahler Kameradinnen und Kameraden kurz die Geräte, die sie später noch einsetzten sollten, des HLF 10. Dazu gehört auch eine strukturierte Geräteablage aller benötigten Werkzeuge und Einsatzmittel in der nähe des verunglückten Fahrzeuges auf einer dafür vorgesehenen Plane, auf der die Geräte abgebildet sind.

Im darauf anschließenden zweiten Teil erkundete der Einsatzleiter die Lage und setzte einen Kameraden zur unmittelbaren medizinischen und psychologischen Betreuung und als Kontaktperson ein. Dieser Feuerwehrmann blieb ständig beim Verunglückten, der von einem Wiedensahler Ausbilder dargestellt wurde, beruhigte ihn und erläuterte ihm das Vorgehen. Dazu stieg er durch ein zerstörtes Fenster in das Fahrzeuginnere, um besser arbeiten zu können. Des Weiteren sicherten die Einsatzkräfte die angenommene Straße ab, stellten vorsorglich einen dreifachen Brandschutz mit drei Löschmitteln sicher, und sicherten und stabilisierten die Position des Fahrzeuges provisorisch mit so genanten Schlauchbrücken und aufgerollten Feuerwehrschläuchen.

Im dritten Teil wurde die provisorische Sicherung durch die Unterbauhölzer vom HLF 10 ersetzt, um auch die Arbeit mit diesen Geräten zu üben. Anschließend nutzten die Wiedensahler Feuerwehrmänner und -Frauen vor allen den hydraulischen Rettungssatz, der aus einer Schere, einem Spreizer und mehreren Rettungszylindern besteht, um zunächst durch öffnen einer verklemmten Tür eine größere Versorgungsöffnung zu schaffen und das Fahrzeugdach durch Durchschneiden der A-, B-, C- und D-Säule auf der rechten Fahrzeugseite einseitig anzuheben, um im Fahrzeuginnern mehr Platz zu schaffen. Bei diesen Tätigkeiten wurden die eingesetzten Trupps mehrfach ausgetauscht, sodass mehrere Übungsteilnehmer mit den Geräten, die bis zu 30 Kilogramm wiegen und sind entsprechend kräftezehrend in der Bedienung sind, üben konnten. In dem nun gewonnen Platz im Fahrzeuginneren konnte ein so genanntes Spineboard, eine brettförmige Krankentrage, zwischen die zurückgestellten Sitzlehne und das Unfallopfer geschoben werden, um dieses mit möglichst wenig Bewegungen und Erschütterungen aus dem Fahrzeug zu befreien. So sollten weitere mögliche Verletzungen möglichst vermieden werden. Bei allen diesen Tätigkeiten wurden sowohl der Einsatzleiter als auch die anderen Einsatzkräfte von den Ausbildern aus Meerbeck-Niedernwöhren mit Rat unterstützt und kritisch beobachtet. Um die Erschütterungen bei der Rettung sichtbar zu machen, stand oben auf dem Fahrzeug bis zum Abknicken des Daches ein mit Wasser gefüllter Becher, der während der Übung nicht umgefallen ist.

Der ganze Übungsdienst dauerte etwa zwei Stunden, die reine Rettungszeit (gezählt von Eintreffen der Einsatzkräfte bis zur Übergabe des Unfallopfers an den Rettungsdienst) betrug annehmbare 37 Minuten. Am Übungsdienst nahmen 18 Feuerwehrfrauen- und Männer aus Wiedensahl teil. Die Ausbilder aus Meerbeck-Niedernwöhren lobten das strukturierte Vorgehen. Die Ortsfeuerwehr Wiedensahl bedankt sich bei ihren drei Kameraden der Ortsfeuerwehr Meerbeck-Niedernwöhren für ihre wertvolle Unterstützung.

Bilder: V. Scheibe Feuerwehr Wiedensahl

Text: M. Jedamzik Pressewart SG Niedernwöhren