Mitgliederversammlung der Ortsfeuerwehr Wiedensahl

Am 18.02.2017 hielt die Ortsfeuerwehr Wiedensahl der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Niedernwöhren ihre Mitgliederversammlung im Gemeindesaal, in dem zwei Stunden vorher die Kinder- und Jugendfeuerwehr ihre gemeinsame Mitgliederversammlung begonnen haben (wir berichteten) Wiedensahls ab.

Ortsbrandmeister Andreas Hildebrandt eröffnete die Versammlung, begrüßte die Gäste und erinnerte an die Verstorbenen. Schriftführer Dirk Döhrmann verlas das Protokoll, welches einstimmig genehmigt worden ist, der vorherigen Mitgliederversammlung.

In dem persönlichen Bericht des Ortsbrandmeisters berichtete er von einer Lehrgangszuteilungsquote von etwa 50%, wenn die Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene zusammen gewertet werden. Darüber hinaus arbeitet die Ortsfeuerwehr auch mit anderen Ortsfeuerwehren zusammen, unter anderem mit Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg-Stadt und der „Ausbildungsgemeinschaft Absturzsicherung der Freiwilligen Feuerwehren Bückeburg, Rinteln und Rodenberg“, um den Ausbildungszielen der Truppmann-2-Ausbildung gerecht zu werden. Leider musste im vergangenen Jahr ein Kamerad aus dem Einsatzdienst ausgeschlossen werden, weil er wegen eines Wohnortwechels in das benachbarte Bundesland Nordrhein-Westfalen nicht mehr versichert ist.

Im zweiten Abschnitt berichtete Hildebrandt von der Entstehung der Feuerwehr-Theaterfrauen: Bei einem Mähdrescherbrand im Juli 1986 rückte die Ortsfeuerwehr Wiedensahl nur mit 3 Feuerwehrmännern aus. Die Ehefrauen einiger Feuerwehrmänner waren der Ansicht, dass die Tagesverfügbarkeit durch sie selbst erhöht werden könne. Die Feuerwehrfrauen kämpften tapfer gegen einigen Widerstand der Feuerwehrmänner, siegten schließlich doch auch durch die Unterstützung des damaligen stellvertretenden Ortsbrandmeisters Heinrich Horstmanns und so traten im Februar 1987 schließlich 8 von 14 Unterzeichnerinnen des ersten Aufnahmeantrages in die Einsatzabteilung ein und leisten seitdem „flexibel, spontan eifernd und mit mit Konsequenz“ ihren Dienst als „verlässlicher und unerlässlicher“ Teil. „Wenn die Geschichte hiermit zu Ende wäre, würde es jetzt heißen ‚Und wenn sie nicht gestorben sind, so helfen sie noch heute‘“. Allerdings seien die Kameradinnen durch die zahlreichen Ausbildungs- und Übungsdienste scheinbar nicht genug ausgelastet gewesen, denn im selben Jahr beschlossen sie eine plattdeutsche Theatergruppe, die erstmalig auf der Mitgliederversammlung im Jahre 1988 spielte, zu gründen. Seitdem treten die Damen nicht nur auf den Mitgliederversammlungen in Wiedensahl und in unregelmäßigen Abständen mit einem abendfüllenden Programm Wiedensahl auf, sondern auch außerhalb mit steigender Beliebtheit. Mit Lara Horstmann und Ella Heinitz, deren Großmutter Ingrid Horstmann die Gründungsinitiative ergriffen hat, gehören mittlerweile Feuerwehrfrauen der dritten Generation an. „Ich gratuliere euch Feuerwehrfrauen und Feuerwehr-Theaterfrauen herzlich zum 30-jährigen Bestehen. Dadurch, dass ihr euch damals durchgesetzt habt und dadurch etwas, das seines Gleichen sucht, geschaffen habt, habt ihr auf der einen Seite nicht nur dem Zeitgeist Rechnung getragen, sondern auch über die Jahre hinweg viel Spaß und Freude verbreitet. Vielen Dank dafür.“

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Michael Rösener berichtete von 5 Brandeinsätzen, 3 technischen Hilfeleistungen und 2 Verkehrsunfällen. Zusätzlich zu den 27 regulären Übungsdiensten absolvierten die Kameradinnen und Kameraden an weiteren Ausbildungs- und Übungsdiensten, unter anderem mit der „Ausbildungsgemeinschaft Absturzsicherung der Freiwilligen Feuerwehren Bückeburg, Rinteln und Rodenberg“, richteten die traditionelle Feier am 1. Mai aus, stellten die Martinimarkt-Nachtwache, begleiteten Festumzüge, betrieben Kameradschaftspflege mit der Löschgruppe Rosenhagen (Nordrhein-Westfalen) und nahmen an sportlichen Wettbewerben anderer Vereine teil.

Der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Moritz Buhr berichtete von einem Bildungsausflug im Science Center „phæno - Die Experimentierlandschaft“, einem naturwissenschaftlich-technischen Museum, in Wolfsburg, von Wettbewerbsteilnahmen und den Geschehnissen im Samtgemeindejugendfeuerwehrzeltlager in Lauenhagen und den absolvierten Diensten, bei denen auch auf spielerische Art Wissen vermittelt worden sei. Kinderfeuerwehrwart Volker Scheibe berichtete von den Übungsdiensten und von zahlreichen Erfolgen auf Wettbewerben, die allesamt als Orientierungsmasch mit Spieleinlagen ausgerichtet waren: Helpsen (4. Platz von 16), Riehe (12. Platz von 45) und Krebshagen-Hörkamp-Langenbruch (1. Platz).

Der Kinderfeuerwehr gehören 4 Mädchen und 10 Jungen, der Jugendfeuerwehr gehören 10 Mädchen und 9 Jungen an. Das entspricht einen Zuwachs von 5 Mitgliedern in der Kinderfeuerwehr und einem Mitglied in der Jugendfeuerwehr gegenüber dem Vorjahr. Der Einsatzabteilung gehören 26 Kameraden und 5 Kameradinnen an, der Altersabteilung 8 Mitglieder, was zusammen mit den 211 Fördernden Mitgliedern einen Mitgliederbestand von 283 ergibt.

Die von dem Kassenwart Udo Wilkening legte seinen Kassenbericht vor, die beiden Kassenprüfer bescheinigten ihm eine ordnungsgemäße Kassenprüfung und beantragten die Entlastung des Kassenführers und des gesamten Ortskommandos, was einstimmig beschlossen wurde.

Geehrt werden sollten Nathan Adam, Horst-Dieter Ernsting, Detlef Meyer, Thomas Wartmann und Heinrich Windler für 25-jährige fördernde Mitgliedschaft; Heinrich Auhage, Gerhard Niemitz und Franz Wanke für 40-jährige fördernde Mitgliedschaft und Helmut Deterding für 60-jährige Fördernde Mitgliedschaft. Die Ehrungen der abwesenden Mitglieder werden nachgeholt. Dirk Dehne (stellvertretender Abschnittsleiter Süd) ehrte Jens Deterding mit dem Niedersächsischen Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährige Verdienste. Der Samtgemeindejugendfeuerwehrwart Wolfgang Abel ehrte nachträglich noch Moritz Buhr mit der zweiten Stufe der Niedersächsischen Jugendflamme. Andreas Hildebrandt beförderte Christian Peeck und Karsten Schlosser von Feuerwehrmann-Anwärtern zu Feuerwehrmännern, Moritz Buhr und Lukas Bulmahn von Feuerwehrmännern zu Oberfeuerwehrmännern und Daniel Bulmahn und Udo Wilkening von Hauptfeuerwehrmännern zu ersten Hauptfeuerwehrmännern. Dirk Dehne beförderte Andreas Hildebrandt vom Hauptlöschmeister zum Brandmeister.

Samtgemeindebürgermeister Marc Busse sprach die ersten Grußworte. Die Versammlung in Wiedensahl sei für ihn als passioniertem Blechbläser persönlich die schönste: Er sicherte sich rechtzeitig einen Sitzplatz direkt vor der Dorfkapelle, die mit der diesjährigen Versammlung wieder ihren ersten öffentlichen Auftritt beging: „Die Dorfkapelle hat es mir angetan, hier wird mir was für Aug’ und Ohr geboten: Schöne Musik und viele bezaubernde Frauen.“ Den aktiven Kameradinnen und Kameraden sprach er seinen tiefsten Respekt aus: „Ihr müsst jederzeit auf der Hut sein, da jederzeit der Piper zu einem Alarm rufen könnte. Ich bin stolz auf meine Feuerwehren.“ Durch die enormen Leistungen bei den großen Einsätzen im vergangenen Jahr sei die Anerkennung sogar noch gewachsen. Die gute Mitgliederentwicklung in beiden Jugendabteilungen zeige, dass hier einiges richtig gemacht werde. Der stellvertretender Abschnittsleiter Süd Dirk Dehne kam als Vertretung für den Kreisbrandmeister und die Abschnittsleitung Nord sieht in der Ortsfeuerwehr eine, „die wunderbar funktioniert“ und berichtete von den Geschehnissen auf Landkreis- und Bundeslandesebene. Samtgemeindejugendfeuerwehrwart Wolfgang Abel überbrachte die Grüße der anderen Kinder- und Jugendfeuerwehren und hofft, dass sich die Erfolge der Kinderfeuerwehr auf die Wettbewerbe der Jugendfeuerwehr übertragen werden. Dem Jugendfeuerwehrwart übergab er einen mit vielen Anregungen und Hinweisen zur Feuerwehr-Jugendarbeit gefüllten Ordner, das „Löschblatt XL“ der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr. Bürgermeister Anneliese Albrecht prophezeite beruhigt: „uns kann mit den starken Mitgliederstamm von 33 Mitgliedern in den Jugendabteilungen nichts passieren.“  Sie bedankte sich für den Einsatz im Brand- und Katastrophenschutz und die vielen gewissenhaft übernommenen Aufgaben in der Dorfgemeinschaft. Das Begrüßungsgeschenk übergab sie diesmal nicht der Einsatzabteilung, sondern den Feuerwehr-Theaterfrauen als Geburtstagsgeschenk.

Da die Feuerwehr-Theaterfrauen sind mitten in den Vorbereitungen für das Musical stecken, konnten sie keine Sketche vorführen. Als Ersatz trugen sie alte Geschichten, die sich mit diversen Formen von Problemen und deren Lösungen beschäftigten, aus dem Archiv der Feuerwehr vor. Die Dorfkapelle Wiedensahl begleitete den Ausgang der Versammlung mit weiteren stimmigen Klängen, unterstützt durch den Gesang des musikalischen Leiters Michael Tillmanns.

Zu den öffentlichen Terminen der Ortsfeuerwehr: 01.05.2017: Traditionelle Maifeier am Feuerwehrhaus mit Gottesdienst, 06.05.2017 Samtgemeindejugendfeuerwehrwettbewerb in Wiedensahl, 12.08.2017 und 13.08.2017 Max-und-Moritz-Musical, aufgeführt von den Feuerwehr-Theaterfrauen, einem Projektchor und -Orchester unter der Schirmherrschaft der Museumslandschaft und 14.10.2017: öffentliches Preisknobeln.

Text: M.Jedamzik Pressewart SG Niedernwöhren

Bild: T.Brandenburg