Einsatzbereitschaft kennt keinen Feierabend oder gar Feiertag…

Eines wurde klar auf der am Freitag, 20.01.2017, im Brückentorsaal abgehaltenen Jahreshauptversammlung der Schwerpunktfeuerwehr Rinteln - das was die Feuerwehrleute aus der Kernstadt in ihrer Freizeit leisten ist bei Weitem nicht selbstverständlich und ganz hart an der Grenze des noch ehrenamtlich Leistbaren.

Gesamt 201 Einsätze galt es abzuarbeiten. Hierbei ist zu betonen, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit alarmbereit ist sowie alles stehen und liegen lässt, wenn der Melder piept. Dies beeinflusst das Leben schon teilweise sehr und fordert das Verständnis von Familie, Freunden und vor allem Arbeitgebern. Fragt man die ehrenamtlichen Helfer, so ist dies ein Leben, das einem ganz viel abverlangt, aber auch ebenso ganz viel gibt.

Das Einsatzgeschehen hielt wieder manch Herausforderung bereit. Der spektakulärste Einsatz musste am 24.11.2016 bei einem Küchenbrand in der Seniorenanlage „Alte Feuerwehr“ bewältigt werden. Auch Weihnachten ist alles andere als heilig als Feuerehrmann beziehungsweise -frau. So galt es eine Leiche aus der Weser zu bergen am 24.12.2016. „Man macht sich so seine Gedanken nach solch belastenden Einsätzen und bekommt knallhart vorgehalten wie gut es einem selber doch eigentlich geht.“ so Ortsbrandmeister Thomas Blaue in seinem Jahresrückblick. In das neue Jahr ging es ebenso im Einsatz, eine Person steckte in einem Lastenaufzug fest und so hieß es erst helfen, dann das Jahr 2017 begrüßen.
Aber auch im Allgemeinen waren 2016 unterschiedlichste Lagen dabei und forderten das Können der Einsatzkräfte. Brand Gartenhaus, Wohnwagen oder Keller, diverse Personenrettungen, Tierrettungen, Gefahrguteinsätze sowie nicht zu vergessen die Vielzahl an Alarmierungen durch automatische Brandmeldeanlagen und vieles mehr.

Eines konnte positiv bemerkt werden. Die Anzahl an Zimmer- und Wohnungsbränden hat spürbar abgenommen. Sicherlich ist dies auf die Rauchmelderpflicht zurückzuführen.

Die gesamt 201 Einsätze teilen sich auf in 118 Brandeinsätze, 70 Hilfeleistungen sowie 13 Tätigkeiten im vorbeugenden Brandschutz. In allen Fällen konnte man sach- und fachgerechte Hilfe leisten.

Detaillierte Auflistung Brandeinsätze:
• 18 Entstehungsbrände
• 16 Kleinbrände
• 4 Mittelbrände
• 1 Großbrand
• 79 Fehlalarme (70x durch Brandmeldeanlage, davon 30x korrekte Auslösung, 40x technischer Defekt  /  9 allgemeine Fehlalarmierungen

Detaillierte Auflistung Technische Hilfeleistungen:
• 11 Personenrettungen (0x Verkehrsunfall eingeklemmte Person, 11x allgemeine Personenrettung)
• 2 Verkehrsunfälle
• 13 allgemeine Hilfeleistungen
• 31 Brandsicherheitswachen
• 2x auslaufende Flüssigkeiten
• 2x Amtshilfe Polizei
• 3 Tierrettungen
• 1 Unwettereinsatz
• 3 Gefahrguteinsätze
• 13x Vorbeugender Brandschutz
• 1 Fehlalarm
• 1 Alarmübung

Für dieses Einsatzaufkommen ist unter anderem ein hoher Ausbildungsstand unerlässlich, schließlich gilt es professionell vorzugehen. Dementsprechend wird in der Ortsfeuerwehr Rinteln von Februar bis November jeweils am Montag von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr Ausbildungsdienst durchgeführt. Zusätzlich wird im Bereich Atemschutz, Gefahrgut, Wassergefahren, Boot, Lüftereinsatz, Drehleiter, Absturzsicherung sowie Rettung aus Höhen und Tiefen ausgebildet. Weiter trifft sich die ELW-Gruppe einmal monatlich zum Dienst. „Eigentlich machen wir alles, fehlt bloß noch eine Tauchergruppe.“ so Thomas Blaue.
Dazu kommen Lehrgänge auf Kreis- sowie Landesebene. Hier qualifizierten sich die Rintelner in den jeweiligen Bereichen weiter um professionell den Dienst am Nächsten zu leisten.

Um vernünftig arbeiten zu können ist eine gute Ausrüstung unerlässlich. „Würde man mich fragen, so könnte ich aktuell nicht sagen was wir noch benötigen. Ich bin in diesem Bezug wunschlos glücklich. Alles wurde beschafft beziehungsweise ist in Beschaffung und dies sehe ich seitens der Stadt als Wertschätzung sowie Anerkennung unserer Arbeit.“ lobte Thomas Blaue.

Gesamt 242 Mitglieder zum 31.12.2016 kann die Ortsfeuerwehr Rinteln vermelden. So sorgen 76 aktive Mitglieder für die Sicherheit in der Stadt. Für Nachwuchs ist gesorgt, denn 16 Jugendliche und 19 Kinder leisten in der Jugend- beziehungsweise Kinderfeuerwehr ihren Dienst. Weiter gehörten dazu 14 Kameraden in der Altersabteilung sowie 117 passive Mitglieder / Förderer. Das Blasorchester ist aktuell nicht spielfähig. Große personelle Probleme sorgen für diesen Status und man arbeitet daran zeitnah wieder spielen zu können.

Ortsbrandmeister Thomas Blaue nutzte die Versammlung um Danke zu sagen. Danke für die gute Zusammenarbeit und das Vertrauen in die Arbeit der Feuerwehr. Dieser Dank schloss viele ein - die Stadt Rinteln, die Polizei, die Stadtwerke Rinteln, die Rettungswache Rinteln, die IRL und FTZ, diverse Rintelner Betriebe für die Unterstützung, die engagierten Funktionsträger innerhalb der Wehr, die Kameradinnen und Kameraden selber, dem Einsatzleitdienst sowie nicht zu vergessen die Familien und Arbeitgebern der Feuerwehrleute.

Zu Anwärtern für den aktiven Feuerwehrdienst konnte Thomas Blaue Michael Wöbse und Marvin Auras verpflichten.

Der ehrenvolle Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde weiter für die Beförderungen genutzt.

So wurden gemäß Vorliegen der erforderlichen Voraussetzungen des Niedersächsischen Brandschutzgesetztes befördert:
• zum Feuerwehrmann                        Dennis Hoffmann, Erik Strüve
• zu Hauptfeuerwehrfrau, - mann          Beatrix Seegers, Alexander Thürmer, Mathias Deininger
• zum Hauptlöschmeister                     Lars Ludwig


Im Anschluss an die Beförderungen hatte der Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote das Wort und übernahm die Ehrungen.
Es wurden folgende Kameraden geehrt:
• Für 25 Jahre Feuerwehrdienst                     Michael Blaue, Ingo Frommelt
• Für stolze 70 Jahre Feuerwehrdienst             August Kuhlmann

Maike Eldagsen wurde auf der Versammlung aufgrund ihrer tollen Arbeit als Betreuerin in der Kinderfeuerwehr zur sogenannten Fachberaterin ernannt und gehört somit nun endgültig zur Feuerwehr Rinteln dazu.

Bürgermeister Thomas Priemer lobte speziell die Nachwuchsarbeit innerhalb der Wehr. Er betonte in seinen Grußworten, dass ihm die Feuerwehr sehr am Herzen liegt und dankte im Namen der Rintelner Bürger sowie auch persönlich für den unermüdlichen Einsatz.

Text/Bild: S. Morawetz Presseteam Feuerwehr Rinteln