Gefahrguttag der Umweltschutzeinheit

Der Landkreis Schaumburg wird von stark frequentierten Verkehrswegen durchzogen. Auf den Straßen, Schienen und Wasserwegen wird jede erdenkliche Fracht transportiert. Darunter auch verschiedenste gefährliche Stoffe.

Kommt es zu einem Unfall, sind zunächst die örtlichen Feuerwehren gefordert. Die Umweltschutzeinheit (USE) des Landkreises Schaumburg, deren Fahrzeuge in Obernkirchen, Stadthagen und anderen Orten stationiert sind, benötigen jedoch mindestens eine halbe Stunde um vor Ort zu sein.

Im Rahmen der Gefahrguttage informieren die Spezialkräfte der USE daher über ihre Arbeit und geben Anregungen, wie im Ernstfall der Einsatzablauf optimiert werden kann. Der stellvertretende Leiter der USE, Frank Messerschmidt, erläuterte Teilnehmern zunächst die Grundlagen des Gefahrguteinsatzes. Ein besonderes Augenmerk richtete er auf das Erkennen der Gefahren. Die Kennzeichnung der Gefahrgüter ist gesetzlich vorgeschrieben. Die orangefarbenen Warntafeln und die Gefahrzettel hat jeder schon einmal gesehen. Für die Feuerwehren sind diese Hinweise wichtig, da sie die Gefahren der Ladung kennzeichnen. Über den genauen Stoff können nur die Frachtpapiere Auskunft geben. Messerschmidt ging dabei auf die Besonderheiten ein. Immer öfter liegen die Informationen nun digital vor. Sei es auf dem Mobiltelefon des Fahrers oder einem Tablet-Computer. Wenn der Fahrer nicht mehr in der Lage ist, die Geräte zu bedienen, hilft oftmals nur noch ein Anruf bei einer speziellen Hotline.

Der Auffrischung der Grundlagen folgte ein Einblick in die moderne Messtechnik. Moderne Messgeräte unterstützen die Feuerwehren, haben aber auch ihre Nachteile. Die handlichen Messgeräte ermöglichen es den Einsatzkräften zu prüfen, ob beispielsweise Explosionsgefahr besteht. Auch ist es möglich, bestimmte Stoffe in der Luft nachzuweisen. Allerdings sind diese Geräte besonders wartungsintensiv und teilweise recht teuer.

Den Abschluss des Gefahrguttages bildete die Vorstellung der Umweltschutzeinheit. Aus welchen Fahrzeugen besteht diese, wo sind sie stationiert und welche Einsatzmöglichkeiten haben sie. Intensiv begutachteten die Teilnehmer die Fahrzeuge der USE. Der Erkundungskraftwagen – dabei handelt es sich um ein Messfahrzeug – wurde ebenso vorgestellt, wie der Gerätewagen Gefahrgut (GW-G), das neue Dekontaminationsfahrzeug des Bundes (Dekon P) und der Gerätewagen Atemschutz (GW-AS).

Für alle Teilnehmer war es eine kurzweilige und informative Veranstaltung. Die Planungen für den nächsten Gefahrguttag, der 2017 stattfinden soll, laufen bereits.

Text/Bild: M.Thiele, Kreisfeuerwehr Team Presse