Wichtige Helfer im Hintergrund


Einsatzkräfte bilanzieren ruhigen Tag der Bundeswehr / 250 Einsatzkräfte im Einsatz
Mehr als 65000 Besucher waren zum Tag der Bundeswehr in die Bückeburger Schäferkaserne gekommen. „Das heißt es waren drei Mal mehr Besucher in Stadt als Bückeburger Einwohner hat“, bilanziert Stadtbrandmeister Marko Bruckmann.

Dies stellte die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst vor besondere Herausforderungen. Im Vorfeld fanden zahlreiche Planungsgespräche mit der Bundeswehr statt, um ein Sicherheitskonzept für den Veranstaltungsort und das Stadtgebiet zu erstellen. Die Funktionalität dieses Konzeptes wurde in mehreren Einsatzübungen im Vorfeld getestet. Zuletzt bei der großen Generalprobe am 23. Mai.

Zentrale Anlaufstelle für alle Einsatzkräfte war der Einsatzleitwagen ELW 2 des Landkreises Schaumburg. Hier arbeiteten die Technische Einsatzleitung sowie der Fernmeldezug der Kreisfeuerwehr und die Fachdienstbereitschaft des DRK Niedersachsen zur Koordinierung der mehr als 250 Einsatzkräfte zusammen. Jederzeit hatten die Einsatzleitung im ELW 2 die Übersicht über die eingesetzten Kräfte und Fahrzeuge. Egal ob Hilfeersuchen, Ablösung von Einsatzkräften oder zusätzliche Hilfsanforderungen wurden hier koordiniert. Für Transportfahrten standen die 2 Kradmelder der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd zur Verfügung. Mit den kleinen Motorrädern konnten bei vorsichtiger Fahrt in Schrittgeschwindigkeit im Bedarfsfall logistische Unterstützung geleistet werden. Unterstützung erhielt die Einsatzleitung dabei auch von der Besatzung des Einsatzleitwagens der Freiwilligen Feuerwehr Rinteln. Die 3 köpfige Besatzung, unterstützt von einem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst und einem Leitenden Notarzt der Örtlichen Einsatzleitung Rettungsdienst des Landkreises übernahmen die Führung alle medizinischen Hilfskräfte.
Die Medizinische Versorgung war auf dem Veranstaltungsgelände mittels 3 Unfallhilfsstellen sichergestellt. Neben einem Krankentransport- und einem Rettungswagen gehörte auch jeweils ein Führungsfahrzeug dazu. Diese wurden von den Freiwilligen Feuerwehren Haste und Horsten (beide Samtgemeinde Nenndorf) sowie Nordsehl-Lauenhagen (Samtgemeinde Niedernwöhren) gestellt und von Feuerwehrleuten mit Kräften der Örtlichen Einsatzleitung Rettungsdienst besetzt.

Bis auf einige kleinere Notfälle, brauchten die Kräfte allerdings nicht zum Einsatz kommen. „Alltagseinsätze“, fassten die erfahrenen Rettungsassisten des Rettungsdienstes die Einsätze zusammen.
Für größere Notfälle wartete im Bereitstellungsraum am Sportzentrum der Kaserne neben weiteren Rettungswagen auch ein Notarzteinsatzfahrzeug mit einem Notarzt. Außerdem waren hier weitere Einsatzfahrzeuge des DRK Einsatzzug Schaumburg, des Rettungsdienstes Schaumburg und des Arbeiter Samariter Bundes Hannover-Land/Schaumburg in Bereitstellung. „Für den Ernstfall haben wir eine komplette mobile Behandlungsstation einsatzbereit“, berichten die Helfer. Die Kräfte der Logistik Einheit Feuerwehr aus Rodenberg und Pohle sowie eine Einsatzgruppe mit 4 Einsatzfahrzeugen, darunter 2 Rettungsbussen, der Werkfeuerwehr Lebenshilfe Rinteln war ebenfalls vor Ort. „Aufgrund der großen Besucherzahl mussten wir ein enormes Kräfteaufgebot bereit stellen, um im Ernstfall sofort handeln zu können“, berichtet Stadtbrandmeister Marko Bruckmann.
Grund hierfür waren auch die verlängerten Anmarschzeiten durch das hohe Verkehrsaufkommen in und um Bückeburg. Während normalerweise nach 5 bis 10 Minuten zusätzliche Hilfe auf dem Flugplatz wäre, hätte es durch die vollen Straßen deutlich länger dauern können. Deshalb galt es auch nicht nur auf dem Platz besondere Vorkehrungen zu treffen. In mehreren Feuerwehrhäusern im Stadtgebiet waren Einsatzkräfte in Sitzbereitschaft versetzt wurden, um im Ernstfall sofort ausrücken zu können. Unter anderem in der Feuerwache Bückeburg-Stadt sowie den Feuerwehrhäusern Cammer und Röcke stellten so die ehrenamtlichen Einsatzkräfte den Stadtschutz sicher. Erfreulicherweise brauchten die Einsatzkräfte an diesem Tag zu keinem Einsatz ausrücken.

„Im Ernstfall hätten wir binnen 90 Sekunden mit 23 Einsatzkräften und 6 Fahrzeugen ausrücken können“ berichtet der Bückeburger Ortsbrandmeister Torsten Buhrmester. Weitere Einsatzkräfte wären wie an einem normalen Tag von zu Hause nachgekommen und mit den weiteren Fahrzeugen nachgerückt. Mit der Sitzbereitschaft sollten verlängerte Anfahrtszeiten verhindert werden. Die Zeit im Feuerwehrhaus verbrachten die Kameraden unter anderem mit Fahrzeugpflege und Ausbildung. „Für 10 Stunden hatte Bückeburg am vergangenen Wochenende quasi eine Berufsfeuerwehr“ berichtet Buhrmester.

Aber nicht nur im Stadtgebiet waren Feuerwehrleute verteilt. 23 Einsatzkräfte mit 4 Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Cammer, Meinsen-Warber-Achum und Rusbend waren an strategisch günstigen Plätzen auf dem Kasernengelände stationiert, um im Schadensfall sofort eingreifen zu können. Unterstützung erhielten sie von 2 Tanklöschfahrzeugen der Bundeswehrfeuerwehr. Aufgabe der Feuerwehrleute war dabei die gesamte Absicherung des Veranstaltungsbereiches. Von Tragehilfe für den Rettungsdienst, brennende Papierkörbe, heiß gelaufene Motoren an Ausstellungsfahrzeugen bis zu auslaufende Betriebsstoffe aus einem Fahrzeug waren möglich Einsatzszenarien für die Einsatzkräfte, die mehrere Stunden vor und nach der Veranstaltung präsent sein mussten. Erfreulicherweise brauchten die Kräfte bei den hohen Temperaturen nicht einmal aktiv werden.

„Wenn es der Bevölkerung gut geht, brauchen wir nicht tätig werden“, bilanziert Dirk Dehne von der Ortsfeuerwehr Meinsen-Warber-Achum. Und das zeigte sich auch auf dem Veranstaltungsgelände. Die 65000 Besucher vergnügten sich friedlich auf dem Veranstaltungsareal und verfolgten die spektakulären Flugshows. Für die Sicherheit während der Flugshow sorgten die großen Flugfeldlöschfahrzeuge der Bundeswehrfeuerwehr, welche rund um das gesamte Flugfeld positioniert waren.

Nachdem alle Besucher das Veranstaltungsgelände verlassen hatten und sich auf dem Heimweg befanden konnte nach teilweise über 12 Stunden der Einsatz für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte beendet werden. Sie konnten im Anschluss den Tag bei einer Helferfeier in der Halle 1 gemütlich ausklingen lassen.

„Unser Dank gilt allen Einsatzkräften von den Freiwilligen Feuerwehren, den Einheiten der Kreisfeuerwehr, der Werkfeuerwehr Lebenshilfe Rinteln und der Bundeswehrfeuerwehr, dem Technischen Hilfswerk, dem Arbeiter Samariter Bund, dem Deutschen Roten Kreuz sowie der Örtlichen Einsatzleitung Rettungsdienst.“ fassen Stadtbrandmeister Marko Bruckmann sowie der kommissarische Leiter der Bundeswehrfeuerwehr Marcus Bahr, zusammen. Der Einsatz der Rettungskräfte war nur eine Randerscheinung am Rande des Platzes. „Viele Besucher haben euch wahrscheinlich gar nicht wahr genommen“, sagt Bruckmann und fügt hinzu „Aber ohne euren ehrenamtlichen Einsatz hätte die Veranstaltung nicht stattfinden können.“

 

Text/Bild S.Titze, Stadtpressewart Feuerwehr Bückeburg, M.Gumin, Feuerwehr Bückeburg