Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug 10 für Nordsehl-Lauenhagen

Busse: „hoher Standard zum Schutz der Bevölkerung“ / MAN-Fahrwerk und Rosenbauer-Aufbau

Samtgemeindebürgermeister Marc Busse hat am 02.06.2016 das neue Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF) 10 an die Ortsfeuerwehr Nordsehl-Lauenhagen der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Niedernwöhren feierlich übergeben. Busse gab einen Rückblick auf die Geschichte zu den Planungen des Fahrzeuges und betonte, dass die rund 270 000 Euro eine zukunftsträchtige Investition in gute Ausrüstung darstellt: „Trotz knapper Kassen sind wir immer bemüht, einen hohen Standard zum Schutz der Bevölkerung vorzuhalten. Ich wünsche euch allzeit gute Fahrt!“

Die Firma Rosenbauer baute das Fahrzeug nach dem AT Konzept auf einen allradangetriebenen TGM 13.290 der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) mit 290 Pferdestärken, einem automatisierten Schaltgetriebe und dem speziell für Feuerwehrfahrzeugen entwickelten Ds-Programm auf. Es handelt sich um das erste Fahrzeug des weltweit tätigen Feuerwehrtechnikherstellers Rosenbauer in der Samtgemeinde Niedernwöhren. In der Stützpunktfeuerwehr Nordsehl-Lauenhagen dürfen zur Zeit 17 Einsatzkräfte das 15,5 Tonnen schwere und 7,8 Meter × 2,5 Meter × 3,3 Meter messende Fahrzeug fahren. Der eingebaute Lichtmast (vier Leuchten für den Fernbereich, zwei für den Nahbereich) und alle weiteren von Rosenbauer installierten Lampen wie in der Heckwarneinrichtung sind Leuchtdioden (LED). Die Masse und Maße des Fahrzeuges schränken den Bewegungsbereich des Fahrzeuges nicht im Einsatzgebiet ein.

Im Fahrzeug finden neun Feuerwehrfrauen und -männer ihre Sitzplätze, davon sind vier mit schweren Atemschutzgeräten und zugehöriger erweiterter persönlicher Schutzausrüstung ausgerüstet. Dem Gruppenführer steht zur Führungsunterstützung ein Tablet-Computer, auf dem diverse Datensätze wie Rettungskarten oder Lagekarten abgespeichert sind, zur Verfügung. Die wichtigsten Datensätze liegen auch in ausgedruckter Form vor. Vier digitale Handfunkgeräte (HRT) und ein digitales Fahrzeugfunkgerät (MRT), welches über ein Bedienteil in der Fahrerkabine und eines bei der Pumpe benutzbar ist, ermöglichen eine Kommunikation mit der Integrierten Regionalleitstelle der Landkreise Schaumburg und Nienburg/Weser und anderen Einsatzkräften.

Das Fahrzeug verfügt über einen Wassertank (2 000 Liter) und eine Feuerlöschkreiselpumpe FPN 10-3000 (Rosenbauer Normaldruckpumpe N35): einer Pumpe mit einer Nennförderleistung von 3 500 Litern pro Minute bei einem Ausgangsdruck von 10 bar (atmosphärisch). Das Pumpen-Wassertank-System wird über ein elektronisches Bedienfeld (Rosenbauer Logic Control System) bedient und verfügt über zahlreiche Automatiken. Je ein B-CBC-Schnellangriffsverteiler auf beiden Seiten und ein 30 Meter C42-Schlauch mit C-Hohlstrahrohr als Schnellangriff auf der rechten Seite und eine optional einsetzbare Leicht-Mittelschaumpistole sorgen für verkürzte Rüstzeiten bei der Brandbekämpfung. Zur Brandbekämpfung dienen weiter drei C-Hohlstrahlrohre, ein B-Hohlstrahlrohr, ein D-Hohlstrahlrohr, eine Schnellangrifftasche mit D-Hohlstrahlrohr und D-Schlauch, ein Z4-Schaummittelzumischer, ein M4-Mittelschaumrohr, zwei C-Schlauchtragekörbe mit je drei C-Schläuchen, sechs gerollte C-Schläuche, 14 B-Schläuche und vier A-Saugschläuche.

Der verladene und mit einem Verbrennungsmotor ausgestattete Überdrucklüfter Rosenbauer Fenergy V22″ hat eine Luftförderleistung von 36 100 Kubikmeter pro Stunde (mit Injektorprinzip 63 500 Kubikmeter pro Stunde). Eine Brandfluchthaube, eine Schleifkorbtrage, der verladene hydraulischen Rettungssatz, ein Stromerzeuger, eine Motorkettensäge und weitere Geräte komplettieren die Ausstattung zu einem wertvollen Erstausrückfahrzeug für ein breites Einsatzspektrum. An dem eingebauten Hygieneboard können sich die Einsatzkräfte selbst einer kleinen Dekontamination mit Druckluft, Wasser und Desinfektionsmitteln unterziehen.

Die Kameraden Jan-Christoph Tielking, Timo Völkening und die Gerätewarte Tim Schütte, Felix Zimmermann und Philip Zimmermann bildeten den Fachausschuss zur Konzeption und Beschaffung des Fahrzeuges. Ortsbrandmeister Stephan Kliver bewertet die Arbeit seiner Kameraden: „Das Fahrzeug ist eine Sonderanfertigung und genau auf die Bedürfnisse und das Einsatzspektrum der Samtgemeinde Niedernwöhren zugeschnitten! Es wird in der gesamten Samtgemeinde einen wertvollen Dienst leisten.“ Die Aufteilung des Fahrzeuges und Verladung der Geräte ist einsatztaktisch konzipiert und nach ergonomischen Gesichtspunkten vorgenommen worden. Die fünf Kameraden des Fachausschusses absolvierten Ende April eine mehrtägige Schulung Rosenbauers in Luckenwalde, um sich mit allen Details vertraut zu machen, und sind als Multiplikatoren eingesetzt: Sie schulen bereits seit einigen Wochen die Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehr im Umgang mit dem neuen Fahrzeug, den verladenen Geräten und den neuen, daraus resultierenden Einsatztaktiken.

In diesem feierlichen Rahmen konnten sich zwei Kameraden besonders freuen: Timo Völkening wurde vom Löschmeister zum Oberlöschmeister befördert und Bernd Köpper erhielt das Niedersächsische Feuerwehr-Ehrenzeichen für 40 Jahre Dienstzeit.

 

Bild: D.Heumann Feuerwehr Niedernwöhren, Text: M.Jedamzik Pressewart SG NIedernwöhren