Am rettenden Seil

Feuerwehr Röcke übt das Selbstretten aus Gebäuden

Feuer in einem Gebäude. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr sind schnell vor Ort. Der Angriffstrupp geht unter Atemschutz in das brennende Gebäude vor. Doch plötzlich kommt es zur einer Brandausbreitung und der Rückweg durch das Treppenhaus ist für die Feuerwehrleute abgeschnitten. Die Feuerwehrleute können sich zu einem Fenster auf die Gebäuderückseite retten. Doch weder die Drehleiter, noch andere Rettungsgeräte der Feuerwehr können den Trupp erreichen. Den beiden Feuerwehrleuten bleibt nur eine Möglichkeit: Mit der mitgeführten 30 Meter Feuerwehrleine müssen sie sich abseilen.

„Solche eine Einsatzsituation kommt nur äußerst selten vor, dennoch müssen wir sie üben“ erklärt Ortsbrandmeister Andre Broisch von der Röcker Feuerwehr seinen Kameraden. Für eine entsprechende Übung sind die Kameraden am Montagabend zum Feuerwehrhaus Bückeburg-Stadt gefahren. Dort hatte der stellv. Zugführer Daniel Hesseling bereits alles für den Dienstabend vorbereitet. Nach einer kurzen Einweisung ging es bereits ans Werk. Zuvor wurde noch einmal die wichtigsten Knoten wiederholt.

Die Röcker Feuerwehrleute mussten sich zunächst mit ihrer Feuerwehrleine am Geländer im Schlauchturm anschlagen, bevor das Seil in ihren Feuerwehrhaltegurt eingebunden wurde. Bevor es aus dem Fenster ging, wurde noch ein zusätzliches Sicherungsseil angebracht, welches bei der Übung als Redundanz dienen soll. „Sicherheit steht bei allen Übungen an oberster Stelle“ erklärt Hesseling.

Nun hieß es im Reitersitz auf der Fensterbrüstung Platz nehmen, noch einmal tief durchatmen und das Seil straffen, bevor das zweite Bein aus dem Fenster gezogen wird. „Die Überwindung ist das größte Problem“, berichtet Andre Broisch nach seiner Übung. Nachdem die Feuerwehrleute sich aus dem Fenster begeben haben, können sie mit einer einfachen Armbewegung die Geschwindigkeit ihres Ablassens bestimmen.

Nach und nach lassen sich die 15 anwesenden Einsatzkräfte aus dem 1. Obergeschoss des Schlauchturmes ab. Einige Kameraden probierten anschließend noch einmal den Vorgang aus dem zweiten Obergeschoss aus. Schnell wurde ein großes Hindernis Festgestellt: „Am offenen Fenster des 1. OG vorbei zu kommen, ist gar nicht so leicht“ erklärt Andre Broisch.

Nach zwei Stunden endete die Ausbildung an diesem Abend in der Hoffnung das gelernte nie anwenden zu müssen. Falls doch, sind die Röcker Feuerwehrleute nun bestens gewappnet.

Text und Bilder: Steffen Titze, Stadtpressewart Feuerwehr Bückeburg