Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord übt bei der Continental AG in Hannover

Am Freitag, den 22.04.2016 fand die jährliche Übung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord statt. In der Kreisfeuerbereitschaft Nord sind Feuerwehren aus den Städten und Gemeinden Nenndorf, Niedernwöhren, Lindhorst, Rodenberg, Sachsenhagen und Stadthagen vertreten. Hinzu kommen weitere Kräfte des Fernmeldezuges, der Führungskomponente, die Versorgungs- und Logistikkomponente und die Kradmelder beider Kreisfeuerwehrbereitschaften.

Vom Sammelplatz am Hafen in Sachsenhagen fuhr die Bereitschaft im geschlossenen Verband nach Hannover-Stöcken in das dortige Werk der Continental AG. Gegen 18.35 Uhr erreichten die 150 Einsatzkräfte mit gut 30 Fahrzeugen das Werkgelände. Unterstützt wurden die Feuerwehren vom DRK Einsatzzug Schaumburg, der zur Eigensicherung der Einsatzkräfte einen Rettungswagen für die Übung besetzte.

Auf dem Werkgelände der Continental AG haben sich zwei Schadenslagen ereignet. Das erste Schadensereignis hat sich in einem Gefahrstofflager zugetragen. Dort ist es zu einem Unfall gekommen bei dem ein Mitarbeiter mit einem Gabelstapler einen Behälter gerammt hat. Der Behälter wurde dadurch beschädigt und Dämpfe traten aus. Der Fahrer des Staplers wird vermisst.
Der 1. Zug der Kreisbereitschaft wurde zur Menschenrettung des Fahrers und zur Verhinderung von Umweltschäden durch den austretenden Gefahrstoff eingesetzt. Der 3. Zug der Kreisbereitschaft baute parallel die Wasserversorgung für beide Schadensbereiche auf.

Ein Trupp ging unter Atemschutz in das Gebäude vor und rettete den Fahrer. Der austretende Stoff wurde im Anschluss ermittelt und nötige Schutzmaßnahmen getroffen. Der austretende Dampf wurde mit Wasser niedergeschlagen. Hierzu setzte der 1. Zug mehrere Strahlrohre und Atemschutztrupps ein. Zusätzlich wurde die Kanalisation abgedichtet, damit der Stoff nicht ins Oberflächenwasser geraten konnte.

In der Kohlenbrecheranlage ist ein Feuer in einem Bunker ausgebrochen. Daraufhin hat es eine Staubexplosion gegeben. Durch einen Kohlenaufzug, der die Kohle in das Kesselhaus transportiert, ist brennendes Material in den Brunnenwasserspreicher im 5. Obergeschoss gelangt. Mehrere Arbeiter der Anlage werden vermisst. Um das Szenario möglichst realitätsnah darzustellen wurde im Bunker Holz angezündet, der den Bereich stark verrauchte. Der 2. Zug und der 4. Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft erhielten den Auftrag die vermissten Personen zu retten und die Brandbekämpfung einzuleiten. Weiterhin sollte eine Ausdehnung des Feuers auf das gesamte Gebäude verhindert werden.

Mehrere Trupps unter Atemschutz erhielten daraufhin den Auftrag der Menschenrettung und gingen im Kohlenbrecher und im Wasserspeicher auf die Suche nach den Vermissten. Schnell konnten die eingesetzten Kräfte zwei Personen aus dem Bunker und drei Vermisste aus dem Bereich des Wasserspeichers retten. Bei der Brandbekämpfung wurden mehrere Rohre vorgenommen. Als besondere Herausforderung galt es, eine verletzte Person, die unter schweren Stahlträgern eingeklemmt war fachgerecht zu befreien. Die Besatzung des Rodenberger Rüstwagens setzte für die Rettung der eingeklemmten Person Hebekissen ein.

Der 3. Zug unterstützte beide Schadenslagen und baute eine Löschwasserversorgung vom Mittellandkanal zu den Einsatzstellen auf. Eine besondere Herausforderung bestand darin, dass zwei Gleise der Hafenbahn Hannover überwunden und gesichert werden mussten. Die Schlauchleitung wurde vom Gerätewagen Logistik mit Hilfe der Ladebordwand ausgelegt. Insgesamt wurden etwa 2000 Meter Schlauch verlegt. Pro Minute standen für beide Bereiche jeweils rund 2400 Liter Löschwasser zur Verfügung.

Nachdem alle vermissten Personen gerettet und die Schadenslagen von den Einsatzkräften bravourös abgearbeitet wurden, wurde die von der Logistik- und Versorgungskomponente zubereitete Verpflegung eingenommen. Im Anschluss fuhren die ehrenamtlichen Einsatzkräfte wieder zurück in den Landkreis Schaumburg.

Besonderer Dank galt der Werkfeuerwehr der Continental AG für die hervorragende Unterstützung der anspruchsvollen Bereitschaftsübung.

Text und Bilder: Team Presse Kreisfeuerwehr