Einweihungsfeier im neuen Feuerwehrhaus

 

Feuerwehrhaus Nordsehl-Lauenhagen übergeben / Neues Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug 10 fast fertig gestellt

Am 16.04.2015 hat die Samtgemeinde Niedernwöhren der Ortsfeuerwehr Nordsehl-Lauenhagen in einem feierlichen Rahmen ein neues Feuerwehrhaus übergeben. In großer Einigkeit zeigten sich alle Redner während der Feierstunde in der neuen Fahrzeughalle erfreut darüber, wie harmonisch die beiden Feuerwehren fusioniert sind und wie fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Kommune verlief. Auch nach der feierlichen Übergabe sind noch einige Arbeit im Innen- und Außenbereich des Feuerwehrwehrhauses notwendig, bevor die Feuerwehr in das neue Feuerwehrhaus einziehen wird. 

Das neue Feuerwehrhaus hat eine Fläche von etwa 760 Quadratmeter und bietet Stellplätze für vier Feuerwehrfahrzeuge in der Fahrzeughalle. Die Ortsfeuerwehr verfügt über ein Löschgruppenfahrzeug 8, das bald durch ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug 10 ersetzt werden wird, ein Tragkraftspritzenfahrzeug und einen Mannschaftstransportwagen. Im Fahrzeugkonzept ist zudem noch ein Gerätewagen-Logistik vorgesehen. Weitere Räume sind Umkleideräume und sanitäre Anlagen für männliche und weibliche Feuerwehrleute (jeweils geschlechtsspezifisch getrennt), einen Unterrichtsraum mit anhängiger Küche, einer Werkstatt sowie einen Raum für die beiden Jugendabteilungen. Die Schwarz-Weiss-Trennung wird durch die Architektur des Gebäudes gewährleistet. Zum 31.12.2015 gehören der Ortsfeuerwehr 51 Feuerwehrmänner und 3 Feuerwehrfrauen, darunter 18 Atemschutzgeräteträger, 10 Jungen und 7 Mädchen in der Jugendfeuerwehr, 5 Jungen und 5 Mädchen in der Kinderfeuerwehr, 6 Feuerwehrfrauen- und Männer in der Altersabteilung, sowie 413 fördernde Mitglieder an. An der Spitze der Ortsfeuerwehr stehen Stephan Kliver (Ortsbrandmeister), Frank Köpper und Gregor Zimmermann (stellvertretende Ortsbrandmeister), Tobias Bödeker (Jugendfeuerwehrwart), Cord Tielking (stellvertretender Jugendfeuerwehrwart), Andrea Kliver (Kinderfeuerwehrwartin) und Manuela Ebbighausen (stellvertretende Kinderfeuerwehrwartin). Aus beiden mittlerweile aufgelösten Ortsfeuerwehren sind Personen im neuen Ortskommando vertreten.

Samtgemeindebürgermeister Marc Busse gab zunächst einen kleinen Rückblick auf die Geschichte des neuen Domizils. „Ein freiwilliger Zusammenschluss wie er hier in Nordsehl und Lauenhagen erfolgt ist, ist das A und O. Alles verlief sehr harmonisch“. Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10 wie es im Fahrzeugkonzept vorgesehen ist sei so gut wie fertiggestellt und könne somit bald in diesem Feuerwehrhaus untergebracht werden. Die Politiker der Samtgemeinde Niedernwöhren hätten mehrheitlich immer zu diesem Projekt gestanden. Marc Busse wünschte den Einsatzkräften „Allseits gutes Gelingen und  nach jedem Einsatz eine gute Heimfahrt ins neue Feuerwehrhaus.“

Uwe Blume, Abschnittsleiter Nord, betonte, dass auch der Kreisfeuerwehrverband Schaumburg sich über die Übergabe eines solchen Feuerwehrhauses freut, zumal in diesem Fall zwei Feuerwehren freiwillig fusioniert sind und zusammen mit der Verwaltung ohne große, öffentliche Quälereien zusammengewirkt haben. In der Samtgemeinde Niedernwöhren sei dies zuvor vor wenigen Jahren ebenso bei der jetzigen Ortsfeuerwehr Meerbeck-Niedernwöhren geglückt. Mit dem diesem Prozess vorausgegangenen strategischen Überlegungen sei diese Samtgemeinde ein Vorreiter und Vorbild im Landkreis.

Norbert Kubba, der zugleich leitender Notfallseelsorger des Landkreises Schaumburg, Pastor in Lauenhagen und aktiver Feuerwehrmann in Nordsehl-Lauenhagen ist, begann seine kurze Aussprache mit „Der Liebe Gott und der Teufel sind darin übereinkommen, dass alle Feuerwehrfrauen und -männer zukünftig sofort in den Himmel und nicht in die Hölle kommen sollen, da der letzte Angriffstrupp mit seiner Brandbekämpfung in der Hölle dem Teufel zu viel Ärger bereitet hat.“ Um einen alten Grundsatz dauerhaft und von Beginn an im Feuerwehrhaus zu verankern, spendete er ein mehrere Meter langes Banner der Notfallseelsorge Schaumburg mit der Aufschrift „Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr“ für die Fahrzeughalle. Dafür, dass ihm bei dem Losverfahren der Spind Nr. 1 zugelost wurde, möchte er sich bei der nächsten Versammlung mit einer Spende bedanken.

Dieter Kappmeier, Gemeindebrandmeister und Bürgermeister Lauenhagens, stellte zufrieden fest, dass nach Meerbeck-Niedernwöhren nun das zweite Feuerwehrhaus in seiner Amtszeit übergeben wurde: „Auch dieses Feuerwehrhaus ist zukunftsorientiert, funktional und ohne Schnick-Schank ausgeführt“. Er dankte den Kameradinnen und Kameraden für die Bereitschaft zur Fusion und für die damit verbundene geleistete Arbeit. Es läge noch einiges an Arbeit vor der Ortsfeuerwehr, bevor der Dienstbetrieb zu diesem Standort verlegt werden kann und damit dieses Feuerwehrhaus im Dienste der Sicherheit in der Samtgemeinde mit Leben gefüllt werden kann.

Hanna Mensching-Buhr, Bürgermeisterin Nordsehls, übergab zusammen mit Dieter Kappmeier der Feuerwehr eine große Laufmatte, um die bisher genutzten nur geliehenen ersetzten zu können. Sie bittet die Ortsfeuerwehr Nordsehl-Lauenhagen, weiterhin mit sozialen Aktivitäten sowohl im Ort Nordsehl als auch im Ort Lauenhagen als Kulturträger aufzutreten.

Stephan Kliver bedankte sich als Ortsbrandmeister im Namen seiner Kameradinnen und Kameraden: „Man vergisst jetzt so langsam die eine oder andere Streiterei. Es war nicht schön, als Eichenmörder dargestellt worden zu sein.“ Besonders bedankte er sich aber bei den Kameraden, die schon lange an zwei Standorten in Einheit dienten.

Kurzer Rückblick

Die Problematik des demographischen Wandels und der Landflucht veranlassten den Feuerwehrausschuss der Samtgemeinde Niedernwöhren sich im Februar 2008 mit der zukünftigen Sicherstellung der Feuerwehren zu befassen, woraufhin im August des selben Jahres der Brandschutz-Experte Dr. Holger de Vries mit der Erstellung eines Konzepts beauftragt worden ist. Sein Vorschlag sieht vor, die Feuerwehren Pollhagen und Wiedensahl in ihrer Eigenständigkeit zu belassen, die Feuerwehren Meerbeck, Niedernwöhren und Volksdorf/Kuckshagen gegebenenfalls in einer Wache Südwest, und die Feuerwehren Lauenhagen, Hülshagen und Nordsehl gegebenenfalls in einer Wache Ost zu gliedern.

Die Aktiven der Feuerwehren Volksdorf/Kuckshagen bzw. Hülshagen haben jedoch den Vorschlag zur möglichen Fusion nicht zugestimmt und wollen eigenständig bleiben. Dem wurde entsprochen. Die Feuerwehren Meerbeck und Niedernwöhren fusionierte schließlich 2011 zur Feuerwehr Meerbeck-Niedernwöhren und zog in ein neues Feuerwehrhaus ein.

Die Feuerwehren mit Grundausstattung Lauenhagen und Nordsehl sind zum 01.04.2015 zur Stützpunktfeuerwehr Nordsehl-Lauenhagen fusioniert. In beiden Wehren kam der Beschluss von den aktiven Feuerwehrfrauen und -männern.  

Die konkrete Planung für das neue Domizil begann im Januar 2013 und umfasste den Besuch vieler moderner Feuerwehrhäuser, um aus den Erfahrungen anderer zu lernen.  Am 23.03.2015 wurde der Bauantrag im Volumen von 973 896 Euro gestellt. Die Bauaufsicht hatte wie bei beim Feuerwehrhaus Meerbeck-Niedernwöhren die Firma GS-Projektbau. Die Baugenehmigung wurde am 01.04.2015 erteilt, der Bauzentralplan wurde am 07.05.2015 verabschiedet, die Fertigstellung war für November 2015 geplant.

Auf dem ursprünglich vorgesehenen Gelände stehen zwei Eichen. Eine Fällung der selbigen wurde öffentlich kontrovers diskutiert. Eine Verschiebung des Grundstückes um einige Meter und Änderungen an den Planungen führten schließlich zum Erhalt der Eichen neben dem neuen Grundstück des Feuerwehrhauses. Zu weiteren Verzögerungen führten Probleme mit der Statik und Fundamenten.

Am 13.08.2015 wurde im Rahmen der Grundsteinlegung eine Zeitkapsel unter dem jetzigen Feuerwehrhaus vergraben.

 

Bild/Text: M.Jedamzik Pressesprecher SG Niedernwöhren & D. Heumann SG Niedernwöhren