Großübung in Petershagen-Quetzen (NRW) stellte das Können der Feuerwehren auf die Probe

Als sich die 163 Kräfte der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd der Kreisfeuerwehr Schaumburg in Rinteln sammelten, wussten diese noch nicht, was für eine Übung sich die Abschnitts- und Bereitschaftsleitung ausgedacht hatte.

Kurz nach Bekanntgabe des Zielortes Quetzen durch den stellvertretenden Kreisbereitschaftsführer Süd, Peter Kipper, wurden die 40 Einsatzfahrzeuge der 4 Züge und Sondereinheiten der Kreisbereitschaft besetzt und es ging im Konvoi durch Rinteln, über diverse Bundes- und Landesstraßen, durch mehrere Ortschaften zum Übungsobjekt. So konnte das sichere Fahren im Verband geübt und gefestigt werden.
Während der 25 KM langen Strecke wurden insbesondere die Kradmelder auf ihren modernen Motorrädern beim vorausschauenden Sperren von Kreuzungen und das Führungsfahrzeug der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd beim Koordinieren dieser Maßnahmen gefordert.

Beim Lohnunternehmen Schildmeier sei es zu mehreren Schadensereignissen in und um zwei Maschinenhallen gekommen, mehrere Personen galten als vermisst und Millionenwerte waren in Gefahr.

Einsatzleiter Dirk Dehne wies die Zugführer und Führer der Sondereinheiten in die Lage ein und teilte ihnen ihre Einsatzabschnitte zu.

In der kleineren Maschinenhalle war eine starke Verrauchung festzustellen und es wurden 7 Erwachsene sowie 1 Kleinkind vermisst. Der 1. Brandbekämpfungszug leitete umgehend die Menschenrettung und Brandbekämpfung ein. Fast im Minutentakt konnten die Trupps unter schwerem Atemschutz die Übungspuppen fachgerecht ins Freie bringen und versorgen lassen.

Parallel wurde der 2. Brandbekämpfungszug in einer größeren Maschinenhalle gefordert, denn auch dort war alles verraucht und es galten 3 Erwachsene und 1 Kleinkind als vermisst.
Während durch die Vielzahl eingesetzter Atemschutztrupps eine schnelle Erkundung und Entrauchung auch dort eine rasche Rettung der meisten Vermissten möglich machte, hatte eine Situation zahlreiche Kräfte besonders gefordert.

Eine vermisste Person lag unter einer Radlader-Schaufel so unglücklich eingeklemmt, dass diese überwiegend unter der Schaufel verschwunden war und nur durch besonders sorgfältige Erkundung die Person überhaupt gefunden werden konnte. Mittels zweier Hebekissen und reichlich Holz wurde die Schaufel angehoben, dabei stets unterbaut und so die Übungspuppe gerettet.

Währenddessen war auch das Element Wasser eine besonders wichtige Ressource im Übungsverlauf, die der 3. Zug Wasserförderung und 4. Zug Wassertransport bis in die zahlreichen Pumpen an den beiden Einsatzstellen brachte.
Der Fachzug Wasserförderung bediente sich dabei Fischteichen, die in 1,5 KM Entfernung lagen und bei doppelter Schlauchführung einen gekonnten Einsatz der Pumpen erforderte.

Der Fachzug Wassertransport holte Löschwasser aus dem 6 KM entfernten Rusbend im sogenannten Pendelverkehr mehrerer Tanklöschfahrzeuge und musste dabei die Trinkwasserhygiene stets im Blick behalten.

Den Übungsverlauf begleitete der Fernmeldezug und unterstützte mit seinem Team die Führungsgruppe beim Abarbeiten der einzelnen Lagen. Dabei sorgte auch die jüngste technische Errungenschaft für Aufsehen, eine Drohne, die nicht nur Luftaufnahmen liefert, sondern auch mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist.

Für die Verpflegung zeichnete die Logistikkomponente Versorgung verantwortlich, die während der Übungslage hunderte Würste und Schnitzel auf Grills zubereitete, Salate zusammenstellte und Getränkte bereitstellte.

Nach weniger als 1,5 Stunden konnte Dirk Dehne das Übungsende verkünden und die Kräfte nach dem Rückbau der Einsatzstellen zu einer ersten Manöverkritik zusammenrufen. Das erste Resümee fiel indes sehr positiv aus, wurden doch alle Übungsziele erreicht und eine zweifelsfreie Einsatzbereitschaft der einzelnen Züge klar unter Beweis gestellt.

Mit Helfern, Übungsbeobachtern und Einsatzkräften waren beachtliche 207 Personen am Gelingen der Kreisbereitschaftsübung ehrenamtlich beteiligt, dabei kam dem Lohnunternehmen Schildmeier ein besonderer Dank für die Bereitstellung der besonderen Hallen zu.

Text/Bild: Team Presse, Kreisfeuerwehr